Pyrotechnik

Diverse deutsche Ultragruppen haben sich mit einer gemeinsamen Erklärung zum Thema Pyrotechnik in Fußballstadien an die Öffentlichkeit gewandt.

Zurzeit ist das Abbrennen von benaglischen Feuern oder das Zünden von „Rauchbomben“ in der Regel verboten. Die Unterzeichner der Erklärung fordern die „Schaffung von Rahmenbedingungen für legales Abbrennen von Pyrotechnik in (…)(den) Kurven“ und setzen dabei auf „Eigenverantwortung für Fanszenen und Vereine“.

Eins vorweg: Als Stadiongänger kann ich sehr gut nachvollziehen, was die Ultragruppen meinen, wenn sie von „einzigartiger Atmosphäre“ sprechen, wenn z. B. beim Einlaufen der Mannschaften die Tribünen in die Farbe der Heimmannschaft getaucht ist. Ich finde Pyrotechnik, wenn sie vernünftig eingesetzt ist, gut und eine Bereicherung für die Stimmung im Stadion.

Ich könnte mir vorstellen, dass das auch bei den Verantwortlichen der Vereine ähnlich gesehen wird. Warum sonst hätte man beim FCK in den 90ern in der Westkurve von Vereinsseite aus Rauch aufsteigen lassen oder wieso sonst hätte man bei der 100 Jahreschoreo von Mainz 05 am 23.3.2005 das Abbrennen von Bengalos erlaubt (Ein Spiel, welches ich aus unglaublichen Gründen nicht im Stadion sehen konnte – worüber ich mich heute noch ärgere – aber das ist hier nicht das Thema…)?

Das Problem ist wie so oft bei solchen Restriktionen nicht die breite Masse, die sich vernünftig verhält, sondern der Einzelne Verwirrte der den brennenden Feuerwerkskörper wahlweise auf’s  Spielfeld, irgendwo in den Block oder über den Zaun zu den Gästefans wirft. Den wird es immer geben. Und genau wegen solchen Leuten ist es gut, dass Pyrotechnik im Stadion verboten ist, so gerne ich es – kontrolliert eingesetzt – sehe.

In meinem Block sind bei jedem Heimpsiel jede Menge Menschen. Ein paar davon haben vor dem Spiel am Bierstand über’s Ziel hinaus geschossen und bewegen sich entsprechend grobmotorisch durch den Block. Ein unbeabsichtigter Rempler hier, ein überschwappendes Bier da. Alles schön und gut, damit rechne ich als Stehplatzfan und damit kann ich auch gut leben, aber die Vorstellung einer dieser Kerle würde ein Bengalo rausholen und trotz eingeschränkter Wahrnehmung neben mir zünden, ist mir dann doch nicht recht.

So gesehen: Die Forderung der Ultragruppen ist nachvollziehbar und natürlich ihr gutes Recht nur einen Dialog, der Änderungen des Verbots herbeiführt, wird es wohl nicht geben.

Vielleicht wäre es ein Schritt in die richtige Richtung, das Ganze durch den Verein koordinieren zu lassen. Z. B. beim Einlaufen vor der Kurve, wie bei dem Video oben. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass sich die Fangruppierungen darauf beschränken lassen wollen.

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